Meine Erfahrung mit

Prostatakrebs

Ich habe lange gezögert, einen Urologen zu kontaktieren. Über Monate hinweg merkte ich, dass ich immer weniger Sperma produzierte. Da die Google-Suche keine echte Klarheit brachte, wartete ich einfach weiter ab – im Nachhinein betrachtet vermutlich wertvolle Zeit, die ich ungenutzt verstreichen ließ.

Irgendwann fasste ich mir doch ein Herz. Ich suchte via Google nach einem gut bewerteten Urologen in München. Bei meinem Erstbesuch und der Schilderung meiner Probleme war sein erster Kommentar noch recht locker: „Herr Pilpin, Sie wissen ja: Bei uns Männern im höheren Alter ist das nicht unüblich.“

Dennoch folgten eine Sonografie und die Tastuntersuchung. Während ich noch in Seitenlage auf der Liege lag, kam plötzlich ein zweiter Urologe ins Zimmer. Die beiden starrten gemeinsam auf den Bildschirm und tuschelten. Da ich kein Wort verstand, stieg in mir eine leise Nervosität auf. Was sahen sie da?

Kurz darauf die erste Aufklärung: eine stark vergrößerte Prostata. Nur wenige Tage später folgte die Biopsie. Sie brachte die schmerzhafte Gewissheit: aggressiver Tumor.

Ab diesem Moment ging alles ganz schnell. Dank der schnellen Reaktion meines Urologen und seines guten Netzwerks bekam ich extrem zeitnah Termine für weiterführende Untersuchungen bei anderen Fachärzten und Kliniken.

Trotz der Hektik wollte ich wissen, wie dramatisch die Situation wirklich war. Ich stellte ihm eine rein theoretische Frage: „Was passiert, wenn ich einfach gar nichts unternehme?“

Seine Antwort traf mich wie ein Schlag: „Dann haben Sie vielleicht noch ein halbes Jahr.“

Ok. Ab jetzt wusste ich: Es zählte jede Sekunde.

Und die anfängliche Sorge meines Urologen sollte sich am Ende leider bestätigen.

Diagnose:

T4, N1, M0, GLEASON 10, PSA 14


  • High-Risk Prostatakarzinom mit intensiver PSMA-Expression
  • Infiltration der rechten Samenblase
  • Hochgradige Rektuminfiltration
  • Solitäre Lymphknotenmetastase rechts iliakal
  • Massiv verhärtete Prostata

Lynch-Syndrom

Prostatakrebs stellt ein niedriges Erkrankungsrisiko für Betroffene des Lynch-Syndroms dar. Das Risiko beginnt mit 1% ab ca. 50 Jahren und steigt stetig mit dem Alter an - mit 70 Jahren liegt es bei einem Risikio von 25%.

KAPITEL

Dieser erste Tumor war auch gleich der aggressivste und komplizierteste – weshalb er den Großteil der Beiträge auf meinem Blog einnimmt.