Das volle Becken
oder
Meine Erfahrung mit
-> der bisher "harmloseste" Tumor!

Aktuell überschneiden sich die Kontrolltermine für zwei meiner drei Baustellen: Darm und Nierenbecken.
Das bedeutet drei Wochen volle Konzentration auf die Gesundheit: Zuerst ein CT. Eine Woche später die Magen-Darmspiegelung. Wieder eine Woche später eine Re-URS (Endoskopie Harnleiter). PSA-Wert wird nebenbei auch noch ermittelt.
Leider waren nur 3 von 4 Untersuchungen positiv:
Besonders vor der Magenspiegelung hatte ich im Vorfeld ein mulmiges Gefühl. Die Erleichterung danach war groß: Außer eine leichte Entzündung der Magenschleimhaut gab es keine auffälligen Befunde.
Es ist erstaunlich, wie sehr einem die eigene Psyche einen Streich spielen kann. Man meint, körperliche Symptome ganz deutlich zu spüren, die sich am Ende als unbegründet erweisen. Aber am Ende gilt: Der Kopf macht einen zwar manchmal verrückt, aber das ist mir tausendmal lieber als eine böse Überraschung.
Im Gegensatz zur Magenspiegelung bin ich die Re-URS (Harnleiter-Endoskopie) eigentlich sehr optimistisch angegangen. Leider gab es hier einen kleinen Rückschlag: Es wurde doch wieder etwas entdeckt.
Die aktuelle Einschätzung der Mediziner: es besteht die Hoffnung, dass sich die Situation erst noch „einspielen“ muss. Es ist möglich, dass beim nächsten Termin kein neues Wachstum mehr zu finden ist.
Fakt ist jedoch: eine absolute Gewissheit kann mir aktuell niemand geben.
Nach dem positiven Kopfkino der Vorwoche ist das natürlich ein Dämpfer. Es bleibt ein Spiel auf Zeit und die Erkenntnis, dass bei der Nachsorge eben doch alles offen bleibt, bis der Befund steht.
Durch diesen erneuten Befund rückt eine Option wieder näher, die ich eigentlich gehofft hatte, hinter mir gelassen zu haben: die Entfernung der Niere (Nephrektomie).
Was das für mich bedeutet:
Es ist ein Wechselbad der Gefühle. Während die Magenspiegelung für Erleichterung sorgte, fordert die Niere nun wieder meine volle mentale Stärke.
Jetzt heißt es erst einmal: Abwarten, die Nerven behalten und den nächsten Schritt mit den Ärzten genau planen.
Relevante Themen:
Sollte es beim low-grade bleiben, dann kann die Niere erhalten bleiben. Aufgrund meines Gendefekts (HNPCC bwz. Lynch-Syndrom) hat dies die höchste Priorität. Eine Niere bei einem low-grade zu opfern wäre sinnlos.
Bei der geplanten Behandlungsmethode wird das Tumorgewebe in einem endoskopischen Eingriff per Laser thermisch zerstört. Aufgrund der Größe des Tumors muss diese Behandlung mehrfach, im Abstand von ein paar Wochen, wiederholt werden. Jedesmal stationär im Krankenhaus und unter Vollnarkose.
Sollte diese Behandlung (Laserung) nicht zum Erfolg führen, oder sich noch ein high-grade Tumor im Nierenbecken verstecken, dann muss die Behandlung sowieso angepasst werden. Im Fall eines high-grade müsste die Niere (samt Harnleiter) entnommen werden. Dies wird als Nephroureterektomie bezeichnet.
Diagnose
2. Laserung
3. Laserung
4. Laserung