catch me

if you can

Ich bin schon zweimal dem Würgegriff einer Krebserkrankung erfolgreich entkommen – zuerst Prostatakrebs (2017), dann Darmkrebs (2023). Neben seelischen Schmerzen auch mit anhaltenden körperlichen Nebenwirkungen und nicht unerheblichen Begleiterscheinungen.

Nun stehe ich vor einer dritten Herausforderung: Nierenbeckenkrebs, genauer Urothelkarzinom im Nierenbecken.

Das Lynch-Syndrom

Zwei meiner drei Krebserkrankungen, Darm und Nierenbecken, folgen demselben genetischen Pfad. Es handelt sich um jenen Defekt, der einst als HNPCC (Hereditary Non‑Polyposis Colorectal Cancer) bezeichnet wurde und heute unter dem Namen Lynch-Syndrom bekannt ist – ein unsichtbares Erbe, das die medizinischen Kapitel meines Lebens maßgeblich geprägt hat.

Mein Leben, meine Regie

In den letzten Jahren hat das Leben ein Skript geschrieben, das ich mir so nie ausgesucht hätte. Doch heute blicke ich darauf zurück und merke: Ich bin nicht nur die Hauptfigur, sondern auch der Erzähler meiner eigenen Geschichte.

Ohne die Schwere meiner Erkrankung verkennen zu wollen, habe ich mich entschieden, meine Geschichte wie ein Drehbuch zu erzählen – als eine Trilogie, in der jeder Tumor seine eigene Episode erhält. Dass ich mir meinen Humor trotz all dieser harten Prüfungen als treuen Begleiter bewahrt habe, empfinde ich heute als meinen ganz persönlichen Sieg.

"catch me if you can"

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H A N D L U N G

Handlung


Die erste Episode eröffnet mit einer bedrückenden Familiengeschichte: Zwei enge Verwandte sterben innerhalb kürzester Zeit an Krebs. Diese Tragödien werfen einen dunklen Schleier über das Leben des Protagonisten und seine Familie und lassen ihn ständig an seine eigene Vergänglichkeit denken. Während er versucht, den Alltag zu bewältigen, bemerkt er plötzlich eine ungewöhnliche Veränderung – einen trockenen Orgasmus, ein Symptom, das er bisher nie erlebt hat.

Getrieben von Angst und dem Wunsch, nicht das gleiche Schicksal zu teilen, sucht er im ersten Schritt einen Urologen auf. Das erste ärztliche Ergebnis trifft ihn wie ein Schlag – es gibt Anzeichen, die weiter untersucht werden müssen.

Was folgt, ist ein intensiver medizinischer Marathon: zahlreiche Bildgebungs‑ und Laboruntersuchungen, Gespräche mit Spezialisten, endlose Wartezimmer und die ständige Flut von Befundberichten. Jeder neue Befund wirft weitere Fragen auf, jeder Therapie‑Vorschlag bringt sowohl Hoffnung als auch Zweifel mit sich. Der Protagonist muss zwischen verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten entscheiden – Operation, Chemotherapie, Bestrahlung – und dabei nicht nur seinen Körper, sondern auch sein Herz und seine Beziehungen prüfen.

Rückblenden zeigen die glücklichen Momente vor den Verlusten und verdeutlichen, was alles auf dem Spiel steht. Schließlich geht es laut Ärzten nicht um Heilung, sondern um das wahren der aktuellen Lebensqualität.

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H A N D L U N G

Handlung


Die zweite Episode begleitet den Protagonisten, der mit dem nachgewiesenen Lynch‑Syndrom lebt – einem erblichen Gendefekt, der das Risiko für verschiedene Krebsarten stark erhöht. Er hat über Jahre hinweg eine jährliche Vorsorge‑Routine etabliert: regelmäßige Koloskopien und bildgebende Verfahren, die ein trügerisches Gefühl von Sicherheit vermitteln.

Eigentlich wollte der Protagonist nach der Untersuchung im Jahr 2023 eine Pause einlegen. Dann aber die erschütternde Diagnose: Darmkrebs. Das Ergebnis erschüttert erneut sein persönliches und das Leben seiner gesamten Familie. Seine Mutter, die dieselbe genetische Last trägt, kann aufgrund ihrer Demenz dem Drama allerdings nicht mehr folgen.


Der Film entwickelt sich zu einem intensiven Drama, das den inneren Kampf des Protagonisten beleuchtet: Gespräche mit Onkologen, die Abwägung zwischen operativen Eingriffen, zielgerichteten Therapien und experimentellen Studien.

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H A N D L U N G

Handlung


Die aktuell letzte Episode beginnt mit einer bedrückenden Alltagsszene: Der Protagonist bemerkt plötzlich Blut im Urin – ein beunruhigendes Symptom, das ihn über mehrere Tage hinweg begleitet. Die Ungewissheit wächst, und schließlich führt ihn die Sorge zu einem Termin beim Urologen.

Dort erfährt er, dass ein Computertomogramm (CT), das erst fünf Monate zuvor durchgeführt wurde, bereits eine verdächtige Veränderung im Inneren seiner linken Niere gezeigt hatte.

Die Diagnose trifft den Protagonisten wie ein Schlag: Ein Urothelkarzinom hat sich im linken Nierenbecken eingenistet. Der Tumor füllt etwa zwei Drittel einer von drei Kelch‑ähnlichen Strukturen des Nierenbeckens aus, ein beängstigender Befund, der das gesamte Organ bedroht.

Das Prequel

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H A N D L U N G

Handlung


Das Prequel beginnt mit einem ruhigen Familienalltag in einer kleinen Vorstadt. Wir lernen den Protagonisten, seine Schwester, seinen Vater und seine Mutter kennen – ein eng verbundenes Quartett, das trotz kleiner Alltagsprobleme ein starkes Fundament bildet.


Plötzlich wird die Schwester mit einer aggressiven Krebserkrankung diagnostiziert. Während die Familie zusammenrückt, verschlechtert sich ihr Zustand rasch. Nur wenige Monate später, kurz nach ihrem 50. Geburtstag, stirbt sie. Noch immer in Schock versunken, erfährt die Familie, dass der Vater ebenfalls an Krebs erkrankt ist – ein schnell fortschreitender Tumor. Trotz aller Bemühungen verliert die Mutter ihren Ehemann ebenfalls innerhalb weniger Wochen.


Inmitten der doppelten Trauer wird beim Protagonisten selbst im selben Jahr die erste schwere Krebsdiagnose gestellt – ein hochaggressives Malignom, das ihn zwingt, sich mit seiner eigenen Sterblichkeit auseinanderzusetzen.

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8. Dezember 2025

Thema: Nierenbecken

All Screwed up

Depression

Abseits der körperlichen Kämpfe forderten auch die Schatten der Seele ihren Tribut: Ein Burnout im Jahr 2014 und eine mittelschwere depressive Episode im Jahr 2022 wurden zu ungebetenen Weggefährten.

Doch während ich einst Zuflucht in einer langen Auszeit und der Unterstützung von Medikamenten suchte, geschah mit der zweiten Krebserkrankung etwas Erstaunliches: Sie wirkte wie ein radikaler Weckruf. In mir reifte der Entschluss, dem Schicksal mit ungetrübtem Blick entgegenzutreten. Ich legte die schützende Hülle der Antidepressiva ab, um diesen Kampf mit vollster Präsenz und klarem Geist zu führen – ein Weg, der mich letztlich aus der inneren Dunkelheit befreite.