Weg vom Urostoma, hin zur Selbstbestimmung
Statt einer Zystektomie habe ich mich entschieden, es zunächst mit der Selbstkatheterisierung zu versuchen und das aktuell täglich, jeden Morgen, wenn der Harnverhalt wieder aufkommt.
Ich kenne die Reaktionen um die Selbstkatheterisierung: Besorgte Blicke, zögerliche Fragen, dieses unausgesprochene Unbehagen. Doch die Realität ist einfacher, als viele denken – es ist weder schmerzhaft noch peinlich. Anfangs vielleicht befremdlich, aber einmal überwunden, wird es zur Routine.
Für mich ist die Selbstkatheterisierung ein Gewinn an Lebensqualität – weg von der ständigen Angst vor dem nächsten Harnverhalt, weg von den Klinik-Zwangsterminen.
Die Alternative? Ein Dauer-Katheter, der schmerzt und mich einschränkt. Dazu das ständige Warten auf den nächsten Termin in der Klinik – nach 1–2 Wochen erneut zum Wechseln. Und dazwischen die Angst: Was, wenn es am Wochenende passiert? Dann heißt es: Notaufnahme.
Zudem ist der Einmal-Katheter im Vergleich zu einem Urostoma (Ileum-Conduit-Anlage) im Falle einer Zystektomie das deutlich kleinere Übel. Die dauerhafte und tägliche Pflege und Wechsel des Urostoma ist deutlich aufwändiger. Zudem entfällt die aufwändige OP für die Zystektomie mit anschließender Reha.
Und vielleicht – das ist mein stiller Optimismus – löst sich das Problem zeitnah von selbst, wenn sich die Harnröhre durch den regelmäßigen Eingriff nicht mehr ständig verschließt.
Aber mir ist auch klar das das Thema Harnleiterstriktur noch nicht gelöst ist. Aber momentan gehe ich die kleinen Schritte, in der Hoffnung, beide Probleme in nicht allzu weiter Zukunft gelöst zu bekommen.
Dabei muss ich natürlich hoffen das der Tumor nicht wieder zurückkehrt, denn dann rücken diese Probleme sofort wieder in den Hintergrund.



