Alles was nicht unmittelbar mit Prostata- oder Darmkrebs zu tun hat, mich aber dennoch doch stark berührt.

14. Oktober 2023
Eine Bestrahlung, die zum Glück nichts mit einem Tumor zu tun hat.
Es geht um eine Arthrose. Genauer gesagt um eine Rizarthrose. Ich habe Schmerzen im Daumensattelgelenk und zwar beidseitig.
Alles ganz entspannt. Sind nur 6 Anwendungen und auch muß ich weder die Blase noch den Darm bezüglich Fülle berücksichtigen. Das war damals bei der Bestrahlung wegen Prostatakrebs, die größte Herausforderung.
Und das wichtigste ist: es wirkt. Die Schmerzen gehen zurück!
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5. März 2024
Mein Urologe geht Ende des Jahres in den Ruhestand, deshalb habe ich mich heute von ihm verabschiedet und mich von Herzen für seine tolle Unterstützung bedankt.
Wer weiss wo ich jetzt wäre ohne ihn. Er hat nach der Diagnose super schnell reagiert und gehandelt und mit seinen Verbindungen dafür gesorgt, das ich nach der Diagnose, schnell zu entscheidenden Untersuchungen kam.
Er selbst ist fassungslos das mich jetzt eine zweite Krebserkrankung erwischt hat. Wobei er von meiner positiven Einstellung äußerst angetan ist, trotz der schwierigen Situation kann ich lachen und Spass am Leben haben. Das spürt er.
Vielen anderen Menschen mag ich eher deprimiert oder negativ rüber kommen. Diesen Eindruck gewinnen aber nur Menschen die keine Ahnung von der Situation haben bzw. nie jemals einer, geschweige denn zwei Krebsdiagnosen gegenüber standen.
Sein Wort hingegen hat Gewicht und das macht mich stolz und gibt mir Kraft.
Ich bin sein Held meint er. Gut sagt er wahrscheinlich öfters, aber es wirkt ehrlich. Er würde nicht aufhören zu arbeiten, wenn es nur Patienten wie mich gäbe. Leider gibt es auch viele die schwierig sind. Das glaube ich ihm, wenn ich mir die heutige Gesellschaft anschaue.
Ein toller Arzt!
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5. April 2024
Warum ist das was besonderes? Es gibt zwei für mich wichtige Aspekte an dieser Sache:
1. Gedanke
Bevor es 2015 zur OP kam war eigentlich zuerst eine Chemo geplant. Das Krankenhaus wollte den Tumor im ersten Schritt mit einer Chemo verkleinern ("down-sizing") und dann im zweiten Schritt eine OP ansetzen. Ich hatte dafür auch schon die notwendigen sechs Behandlungstermine angesetzt und einen Port gesetzt bekommen. Zu diesem Zeitpunkt entstand der Gedanke:
Sollten mir die Haare bei einer Chemo ausfallen, dann will ich sie wenigstens einmal richtig lang in meinem Leben getragen haben
Was die Chemo betrifft kam es dann doch anders, denn eine andere Klinik hat mich ohne vorherige Chemo sofort operiert. Erfolgreich! Dennoch war nach der OP und der Bestrahlung nicht ausgeschlossen das eine Chemo irgendwann zusätzlich notwendig sein wird. Also blieb der Zopf.
2. Gedanke
Nachdem es aber zum Glück nie zu einer Chemo kam, wurde der Zopf immer länger. Und irgendwann war es für mich eine Stilfrage. Deshalb blieb der Zopf drab und der Bart wuchs auch weiter. Mir war ja nie klar wie die Krebsgeschichte ausgeht. Als dann noch der zweite Tumor entdeckt wurde, fühlte ich mich bestätigt.
Da ich die zweite Behandlungsrunde zum Glück auch ohne Chemo überstand, sah ich mich als Gewinner und fühlte es war der richtige Zeitpunkt für eine Veränderung.
Es war ein starkes Zeichen meiner inneren Ruhe, meiner wieder erstarkten Psyche. Ich fühlte das ich den Krebs zweimal besiegt hatte und eine Chemo nicht mehr notwendig ist. Somit war es an der Zeit dies mit einem kurzen Haarschnitt zu untermauern. Zudem fällt es mit weniger Haar und ohne Zopf deutlich einfacher den Motorradhelm an- und abzuziehen.
Aber der Bart bleibt!
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1. Februar 2025
Leider ist Karin von uns gegangen. Ein Sturz und eine Lungenentzündung waren zuviel, um sich davon zu erholen.
Auch wenn der Verlust ungemein schmerzt, ist es für Sie und für uns eine Erlösung.
Ich konnte während der letzten Atemzüge bei ihr sein, ihre Hand halten, mit ihr im Bett liegen. Das tut gut.
Der Weg war steinig, aber sie hat jetzt ihre verdiente Ruhe.
Ich bin nicht religiös, glaube nicht an Gott oder so etwas. Aber es war ein Zeichen als ich morgens zu ihr fuhr und in ihrer Richtung just in diesem Moment ein Regenbogen auftauchte.
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18. Mai 2025
An Klaus' Geburtstag am Distinguished Gentlemans Ride (Motto: Men's Health Awareness) teilzunehmen ist schön. Es ehrt Klaus, zumal der Start der Tour dieses Jahr erstmalig in der Motorworld stattfand.
Die Motorworld in Böblingen war eines seiner Lieblingsorte als bekennender Autofreak.
Dann noch bei schönem stabilen Wetter.
Was willst du mehr? Grüße nach oben, Dicker!
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28. Juli 2025
Alles was zum ersten Mal nach deinem Ableben wieder auf der Tagesordnung erscheint, macht mich, uns sehr traurig:
Ostern, Pfingsten, mein Geburtstag und jetzt dein Geburtstag.
Es tut weh. Du fehlst uns. Wir denken an dich - jeden Tag ❤️
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7. August 2025
Ich habe es mit Inlinern und Fahrradfahren versucht. Beides aber relativ schnell wieder aufgehört.
Seitdem ich jeden Tag einmal, oft zweimal mit den Hunden Gassi gehe, war es mir auch nicht mehr so wichtig zusätzlich noch Sport zu treiben. Wille und Kraft haben zudem gefehlt.
Jetzt aber mache ich seit Anfang des Jahres doch wieder etwas: Crosstrainer und zartes Krafttraining. Das immerhin bis zu dreimal täglich in der Woche.
Tut gut und hilft sicherlich auch. Anderseits bin ich weiterhin nicht top drauf, so dass ich nach einer Einheit doch ziemlich platt bin.
Hoffnung und ein wenig Frust zugleich!
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18. August 2025
Ich hatte noch einen alten Laptop von meinem Arbeitgeber. Dieser gab jetzt seinen Geist endgültig auf.
Ich griff zum Hammer und schlug ein. Das tat gut, richtig gut.
Wer meine Geschichte kennt, weiss warum...
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14. März 2026
Neulich war die Beisetzung eines ehemaligen Kollegen. Herzstillstand mit 65 Jahren. Ein paar Monate vor dem Ruhestand. Tragisch.
Dort sah ich nach knapp vier Jahren einige meiner alten Kollegen wieder. Unter diesen Umständen war das Treffen alles andere als erfreulich, dennoch tat es mir im Prinzip gut, sie zu sehen. Man lud mich ein, einer privaten Gruppe beizutreten, die sich ein- bis zweimal im Jahr trifft.
Ich habe abgelehnt.
Warum? Weil die kurzen Gespräche vor und nach der Beisetzung mich leider zu sehr an die toxische Beziehung zu meinem ehemaligen Arbeitgeber erinnerten. Die Kollegen tragen keine Schuld daran, aber meine negativen Erinnerungen an die Firma sind untrennbar mit ihnen verknüpft. Die Wunden sind noch nicht geheilt, werden es vielleicht auch nie. Ich fühlte mich innerlich zerrissen, überflutet von negativen Erinnerungen. Ich ließ mich verleiten über die negativen Dinge von damals zu sprechen. Das tat nicht gut.
Einige Beiträge aus jener Zeit habe ich nie veröffentlicht. Lese ich diese Entwürfe heute, kommen alte Gefühle hoch und ich weiss wieder warum ich den Kontakt zu allen ehemaligen Arbeitskollegen abgebrochen habe.
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28. April 2026
Seit dem Tod meiner Schwester „feiere" ich keine Geburtstage mehr – zumindest nicht im klassischen Sinne.
Natürlich treffen wir uns im engsten Kreis zu einem schönen Essen, und ich freue mich riesig über die lieben Glückwünsche, den selbstgemachten Erdbeerkuchen und die nette Aufmerksamkeit, die man an diesem Tag bekommt. Aber das große „Feiern"? Das liegt mir einfach nicht mehr.
Auch wenn mir ein ehemaliger Kollege den 60. als besonderen Meilenstein verkauft hat: Ich werde diesen Tag nicht großartig zelebrieren. Denn meine Meilensteine haben sich verändert. Sie sind heute keine runden Zahlen mehr, sondern echte Siege: eine erfolgreiche Behandlung, eine abgeschlossene Therapie oder ein positiver Befund. Das sind die Momente, die wirklich zählen.
Alles Liebe an alle, die mich verstehen! 🍓🥂
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