
5. März 2024
Mein Urologe geht Ende des Jahres in den Ruhestand, deshalb habe ich mich heute von ihm verabschiedet und mich von Herzen für seine tolle Unterstützung bedankt.
Wer weiss wo ich jetzt wäre ohne ihn. Er hat nach der Diagnose super schnell reagiert und gehandelt und mit seinen Verbindungen dafür gesorgt, das ich nach der Diagnose, schnell zu entscheidenden Untersuchungen kam.
Er selbst ist fassungslos das mich jetzt eine zweite Krebserkrankung erwischt hat. Wobei er von meiner positiven Einstellung äußerst angetan ist, trotz der schwierigen Situation kann ich lachen und Spass am Leben haben. Das spürt er.
Vielen anderen Menschen mag ich eher deprimiert oder negativ rüber kommen. Diesen Eindruck gewinnen aber nur Menschen die keine Ahnung von der Situation haben bzw. nie jemals einer, geschweige denn zwei Krebsdiagnosen gegenüber standen.
Sein Wort hingegen hat Gewicht und das macht mich stolz und gibt mir Kraft.
Ich bin sein Held meint er. Gut sagt er wahrscheinlich öfters, aber es wirkt ehrlich. Er würde nicht aufhören zu arbeiten, wenn es nur Patienten wie mich gäbe. Leider gibt es auch viele die schwierig sind. Das glaube ich ihm, wenn ich mir die heutige Gesellschaft anschaue.
Ein toller Arzt!
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5. April 2024
Warum ist das was besonderes? Es gibt zwei für mich wichtige Aspekte an dieser Sache:
1. Gedanke
Bevor es 2015 zur OP kam war eigentlich zuerst eine Chemo geplant. Das Krankenhaus wollte den Tumor im ersten Schritt mit einer Chemo verkleinern ("down-sizing") und dann im zweiten Schritt eine OP ansetzen. Ich hatte dafür auch schon die notwendigen sechs Behandlungstermine angesetzt und einen Port gesetzt bekommen. Zu diesem Zeitpunkt entstand der Gedanke:
Sollten mir die Haare bei einer Chemo ausfallen, dann will ich sie wenigstens einmal richtig lang in meinem Leben getragen haben
Was die Chemo betrifft kam es dann doch anders, denn eine andere Klinik hat mich ohne vorherige Chemo sofort operiert. Erfolgreich! Dennoch war nach der OP und der Bestrahlung nicht ausgeschlossen das eine Chemo irgendwann zusätzlich notwendig sein wird. Also blieb der Zopf.
2. Gedanke
Nachdem es aber zum Glück nie zu einer Chemo kam, wurde der Zopf immer länger. Und irgendwann war es für mich eine Stilfrage. Deshalb blieb der Zopf drab und der Bart wuchs auch weiter. Mir war ja nie klar wie die Krebsgeschichte ausgeht. Als dann noch der zweite Tumor entdeckt wurde, fühlte ich mich bestätigt.
Da ich die zweite Behandlungsrunde zum Glück auch ohne Chemo überstand, sah ich mich als Gewinner und fühlte es war der richtige Zeitpunkt für eine Veränderung.
Es war ein starkes Zeichen meiner inneren Ruhe, meiner wieder erstarkten Psyche. Ich fühlte das ich den Krebs zweimal besiegt hatte und eine Chemo nicht mehr notwendig ist. Somit war es an der Zeit dies mit einem kurzen Haarschnitt zu untermauern. Zudem fällt es mit weniger Haar und ohne Zopf deutlich einfacher den Motorradhelm an- und abzuziehen.
Aber der Bart bleibt!
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18. Mai 2025
An Klaus' Geburtstag am Distinguished Gentlemans Ride (Motto: Men's Health Awareness) teilzunehmen ist schön. Es ehrt Klaus, zumal der Start der Tour dieses Jahr erstmalig in der Motorworld stattfand.
Die Motorworld in Böblingen war eines seiner Lieblingsorte als bekennender Autofreak.
Dann noch bei schönem stabilen Wetter.
Was willst du mehr? Grüße nach oben, Dicker!
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7. August 2025
Ich habe es mit Inlinern und Fahrradfahren versucht. Beides aber relativ schnell wieder aufgehört.
Seitdem ich jeden Tag einmal, oft zweimal mit den Hunden Gassi gehe, war es mir auch nicht mehr so wichtig zusätzlich noch Sport zu treiben. Wille und Kraft haben zudem gefehlt.
Jetzt aber mache ich seit Anfang des Jahres doch wieder etwas: Crosstrainer und zartes Krafttraining. Das immerhin bis zu dreimal täglich in der Woche.
Tut gut und hilft sicherlich auch. Anderseits bin ich weiterhin nicht top drauf, so dass ich nach einer Einheit doch ziemlich platt bin.
Hoffnung und ein wenig Frust zugleich!
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1. Oktober 2025
Kaum zu glauben, aber wahr: die Krebserstdiagnose liegt bereits 10 Jahre zurück (Oktober 2015). Seitdem eine Menge Höhen und Tiefen durchlebt. Oft Angst gehabt, aber auch immer wieder Hoffnung.
Nach einer Krebsdiagnose braucht es viel Zeit um die Lage zu verstehen und richtig einschätzen zu können. Am Anfang vernebelt die Angst einen klaren Blick.
Zudem helfen Aussagen der Ärzte wie "Es gibt keine Heilung" oder "Es geht um das Sichern der Lebensqualität" nicht die Umstände richtig einschätzen zu können. Im Gegenteil, diese verunsichern zusätzlich.
Auch wenn ich jetzt 10 Jahre erfolgreich gemeistert habe und ein auch an für sich glückliches und zufriedenes Leben führe, so ist nicht alles super toll, so wie es von aussen betrachtet vielleicht aussieht.
Mir wäre ein Leben wie vor der Krankheit natürlich lieber: Gesund sein, keine Angst, keine Zweifel, keine Einschränkungen und keine bleibenden Nebenwirkungen. Denn was jetzt bleibt ist weiterhin die Angst, bzw das Wissen das jederzeit in einer Sekunde das Leben sofort wieder auf den Kopf gestellt sein kann.
Das gilt natürlich auch für gesunde Menschen. Nur wenn dung gesund bist, hast du das nicht ständig im Hinterkopf. Ich schon.
Aber natürlich feier ich dieses 10 Jährige. Allerdings nicht mit einer Party, sondern mit einem einfachen Lächeln.
#nevergiveup
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11. November 2025
Ein 3. Tumor wurde diagnostiziert. Histologie steht noch aus, aber bei meinem Glück gehe ich nicht von einem gutartigen Tumor aus.
Dieses mal ist es ein Nierenbeckentumor. Vermutlich muss die komplette Niere samt Harnleiter links entfernt werden.
Ich gehe die Sache derzeit nach dem Prinzip: "andere verkaufen eine Niere" an. Soll heißen, ein Leben mit einer Niere ist möglich. Nur so langsam lichtet sich mein Ersatzteillager.
Offensichtlich ist mein Gendefekt (Lynch-Syndrom) Auslöser des Tumors. Zuerst der Darm, jetzt die Niere. Kaum zu glauben. Die Prostata scheint eine andere Ursache zu haben, aber wer weiss das schon letztendlich.
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17. November 2025
Die Histologie ergab, dass es sich um einen low‑grade (nicht aggressiven) Tumor handelt. Das ist eine gute Nachricht.
Die empfohlene Therapie besteht aus mehren Laserbehandlungen. Jede erfolgt stationär und unter Vollnarkose. Aufgrund der derzeitigen Tumorgröße reicht eine einzelne Anwendung leider nicht aus. Ziel ist es, den Tumor zu entfernen und die Niere zu erhalten.
Aufgrund meiner genetischen Veranlagung (HNPCC bzw. Lynch‑Syndrom) ist es wichtig, die Niere zu erhalten. Sollte die zweite Niere irgendwann entfernt werden müssen, wäre eine Dialyse erforderlich, die die Lebensqualität erheblich beeinträchtigt.
Durch eine Krebserkrankung ist man zudem erstmal von der Liste für eine mögliche Transplantation geblockt.
Somit steht für uns die Laserbehandlung als Therapie fest. Bei jeder Laserbehandlung wird eine Biopsie durchgeführt, so dass dann wieder eine Neubewertung des Tumors erfolgen kann. Denn hinter einem low-grade kann sich immer auch ein high-grade Tumor verstecken. Eher unwahrscheinlich, dennoch möglich. Im Falle eines high-grade Tumors kommt eigentlich nur eine Entfernung der kompletten Niere samt Harnleiter in Frage.
Es bleibt somit ein gewisses Restrisiko. Aber durch die mehrfache Laserbehandlung, im Abstand von 4-6 Wochen, kann der Tumor jedesmal neu bewertet und auf Grundlage der Ergebnisse, falls nötig, die Behandlungsmethode angepasst werden.
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