Jetzt also auch noch das Nierenbecken. Vermutlich auch auf das HNPCC bzw Lynch-Syndrom zurückzuführen. Erst der Darm, jetzt die Niere. Eine Niere bleibt zum Glück noch.

29. Juni 2026
Der dritte Harnverhalt brachte mich an einem Sonntag in die Notaufnahme der LMU Großhadern.
Es war viel los und nach etwas mehr als 5 Stunden ging ich mit einem Katheter wieder nach Hause.
Zudem wurde ein Harnwegsinfekt festgestellt, was den behandelnden Arzt dazu bewegte mich gleich im KH belassen zu wollen. Was ich jedoch ablehnte, da ich am darauffolgenden Montag sowieso gleich wieder in der Klinik bin, um über das MRT Ergebnis zu sprechen.
Vorgehen aktuell: erstmal muss die Urinkultur angelegt werden, um das richtige Antibiotikum ermitteln zu können. Das weiß man am Donnerstag. Dann wird die Schiene am darauffolgenden Dienstag gewechselt (muss aufgrund des Harnwegsinfekt!).
Es wird dann geschaut ob eine neue Harnleiterschiene eingesetzt werden muss oder ob darauf verzichtet werden kann. Das wäre immerhin ein positiver Nebeneffekt in diesem ganzen Harnverhalts-Dilemma.
Was die Ursache des mehrfachen Harnverhalts war bzw ist, weiss man noch nicht. Aber durch den Schienenwechsel, kann zumindest die Harnröhre, der künstliche Schließmuskel und die Anastomosenstriktur genauer angeschaut werden. Vielleicht lässt sich daraus ein Schluss ziehen.
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30. Juni 2026
Im zuge der Verlaufskontrolle wurde ein MRT vom Abdomen veranlasst.
Wer kennt es nicht: in der Zeit des Wartens wird man zunehmend nervöser. Jedes Wehwehchen wird mit einem negativen Gedanken befüttert. Ob man will oder nicht. Die Psyche ist in Dauerbelastung.
Egal wie. Das Ergebnis ist positiv. Keine befallene Lymphknoten und keine Metastasen gefunden. Es gibt nichts besseres Ergebnis.
Nur mein 3. Harnverhalt trübt das ganze ein wenig. Sollte es eigentlich nicht, tut es aber. Zumal ich jetzt einen neuerlichen KH Aufenthalt gewonnen habe und das im aktuellen Brutkasten (andere nennen es den Toaster) von München (LMU Großhadern).
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12. Juli 2026
Es läuft im Krankenhaus selten nach Plan. Das musste ich gerade wieder am eigenen Leib erfahren. Eigentlich sollte meine Harnleiterschiene wegen eines Keims gewechselt werden. Die Ärzte hatten jedoch einen anderen Plan: einen sogenannten „Auslassversuch“. Das bedeutet: Die alte Schiene kommt raus, und es wird erst mal keine neue eingesetzt, um zu sehen, ob es auch ohne geht.
Spoiler-Alarm: Es ging nicht.
Geplant war der Eingriff für Dienstag. Aber wie es eben so ist: Bereits zum zweiten Mal bei insgesamt sechs Eingriffen hieß es kurzfristig: Verspätung, wir verschieben auf morgen. Man braucht im Krankenhaus vor allem eins: Geduld.
Als ich am Mittwoch nach dem Eingriff aufwachte, die Überraschung: Mir wurde doch wieder eine Schiene eingesetzt. Die Ärzte hatten an der Stelle des Tumors eine Biopsie entnommen, weil das Gewebe gerötet war. Damit das Ganze aber trotzdem ein Auslassversuch bleibt, wendeten sie einen Trick an: Die Schiene wurde mit einem Faden direkt am Katheter befestigt. Die Idee dahinter: Wenn der Katheter gezogen wird, kommt die Schiene direkt mit raus. Klingt im ersten Moment absolut unangenehm – war es zum Glück aber überhaupt nicht.
Dass mein Harnleiter extrem schmal ist, macht die Sache nicht einfacher. Vermutlich ist das eine Spätfolge der Bestrahlung nach meiner Prostata-Operation. Der Operateur war deshalb von Anfang an skeptisch und glaubte nicht, dass der Auslassversuch klappt. Der Oberarzt sah das anders und überstimmte ihn.
Am Donnerstag wurde ernst gemacht: Katheter und Schiene kamen raus. Am Freitag folgte die Quittung in Form der Blutwerte. Mein Kreatininwert war angestiegen. Kein gutes Zeichen. Der anschließende Ultraschall brachte Gewissheit: Harnstau in der Niere. Der Auslassversuch war offiziell gescheitert.
Ab diesem Moment ging es nur noch um die Frage: Wann kommt die neue Schiene rein? Die Aussichten für das Wochenende standen denkbar schlecht. Frustriert beschloss ich, übers Wochenende nach Hause zu gehen und den Eingriff in der darauffolgenden Woche machen zu lassen. Mein Koffer war bereits gepackt, meine Frau schon auf dem Weg, um mich abzuholen.
Doch die Unsicherheit blieb. Ich suchte noch einmal das Gespräch mit dem Arzt. Er machte mir Hoffnung, dass der Eingriff vielleicht doch schon am Sonntag klappen könnte, sodass ich am Montag entlassen werden könnte. Also warf ich meine Pläne über den Haufen, packte die Koffer wieder aus und blieb.
Und dann ging plötzlich alles ganz schnell: Zur Mittagszeit hieß es, dass es eventuell sogar noch am Samstag klappt. Um 18:30 Uhr wurde ich tatsächlich in den OP geschoben. Dieses Mal reichte eine Sedierung, und um 20 Uhr war ich schon wieder zurück auf meinem Zimmer.
Am Sonntag hieß es dann: Katheter raus. Die Erleichterung folgte prompt: Die Blutwerte sind wieder besser, und der Ultraschall zeigte keinen Stau mehr in der Niere. Endlich durfte ich nach Hause!
Kurzfristig ist das Problem damit gelöst. Aber glücklich bin ich mit der Situation nicht. Eine solche Harnleiterschiene muss spätestens alle sechs Monate gewechselt werden. Als dauerhafte Langzeitlösung ist das ein ewiges Hin und Her, das an den Nerven zehrt. Ich werde mich jetzt definitiv schlau machen müssen, welche alternativen Lösungen es für mich noch gibt.
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13. Juli 2026
Am Sonntag kam ich, nach dem gescheiterten Auslassversuch, aus dem Krankenhaus. Montagmorgen um 9:30 Uhr ging es wieder rein. Zum vierten mal Harnverhalt!
Jetzt trage ich einen Blasenkatheter für die nächsten 10 Tage, dann wollen sie sich die Harnröhre noch einmal anschauen.
Weiss nur nicht was sie finden wollen? Sie haben sich die Harnröhre zuletzt, während die Harnleiterschiene gewechselt wurde, genauer angeschaut und nichts auffälliges gesehen.
Ist es einfach nur gereizt durch die ständigen Eingriffe? Ich hoffe inständig, denn sich ständig Sorge um einen Harnverhalt zu machen, schränkt das Leben erheblich ein.
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