Frust

5. April 2026

Nachsorgemarathon
Lesedauer: 3 Minuten
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Aktuell überschneiden sich die Kontrolltermine für zwei meiner drei Baustellen: Darm und Nierenbecken.

Das bedeutet drei Wochen volle Konzentration auf die Gesundheit: Zuerst ein CT. Eine Woche später die Magen-Darmspiegelung. Wieder eine Woche später eine Re-URS (Endoskopie Harnleiter). PSA-Wert wird nebenbei auch noch ermittelt.

Leider waren nur 3 von 4 Untersuchungen positiv:

  1. CT
    Keine sichtbaren Tumore oder Rezidiv!

  2. Magen-Darmspiegelung
    keine Polypen, so dass der Untersuchungsintervall jetzt wieder auf 12 Monate erhöht wird!

  3. Re-URS
    Leider war an der bereits auf Niveau behandelten Stelle wieder eine Erhöhung sichtbar. Eine erneute Laserung deshalb notwendig!

  4. PSA
    Ist weiter unter der Nachweisgrenze, somit ist der Prostatakrebs ebenfalls weiterhin eingedämmt.

Entwarnung bei der Magenspiegelung

Besonders vor der Magenspiegelung hatte ich im Vorfeld ein mulmiges Gefühl. Die Erleichterung danach war groß: Außer eine leichte Entzündung der Magenschleimhaut gab es keine auffälligen Befunde.

Es ist erstaunlich, wie sehr einem die eigene Psyche einen Streich spielen kann. Man meint, körperliche Symptome ganz deutlich zu spüren, die sich am Ende als unbegründet erweisen. Aber am Ende gilt: Der Kopf macht einen zwar manchmal verrückt, aber das ist mir tausendmal lieber als eine böse Überraschung.

Dämpfer bei der Re-URS: Ein gemischtes Ergebnis

Im Gegensatz zur Magenspiegelung bin ich die Re-URS (Harnleiter-Endoskopie) eigentlich sehr optimistisch angegangen. Leider gab es hier einen kleinen Rückschlag: Es wurde doch wieder etwas entdeckt.

Die aktuelle Einschätzung der Mediziner: es besteht die Hoffnung, dass sich die Situation erst noch „einspielen“ muss. Es ist möglich, dass beim nächsten Termin kein neues Wachstum mehr zu finden ist.

Fakt ist jedoch: eine absolute Gewissheit kann mir aktuell niemand geben.

Nach dem positiven Kopfkino der Vorwoche ist das natürlich ein Dämpfer. Es bleibt ein Spiel auf Zeit und die Erkenntnis, dass bei der Nachsorge eben doch alles offen bleibt, bis der Befund steht.

Die Konsequenz: Das Thema Nierenentfernung steht wieder im Raum

Durch diesen erneuten Befund rückt eine Option wieder näher, die ich eigentlich gehofft hatte, hinter mir gelassen zu haben: die Entfernung der Niere (Nephrektomie).

Was das für mich bedeutet:

  • Die Ungewissheit bleibt: Ob es beim nächsten Mal tatsächlich „ausgeheilt“ ist oder ob das Wachstum weitergeht, lässt sich nicht mit Sicherheit vorhersagen.
  • Die harte Realität: Sollte sich die Situation nicht stabilisieren, wird der operative Eingriff zur Entfernung des Organs irgendwann unumgänglich, um das Risiko einer weiteren Ausbreitung zu minimieren.

Es ist ein Wechselbad der Gefühle. Während die Magenspiegelung für Erleichterung sorgte, fordert die Niere nun wieder meine volle mentale Stärke.

Jetzt heißt es erst einmal: Abwarten, die Nerven behalten und den nächsten Schritt mit den Ärzten genau planen.



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26. Mai 2026

Harnverhalt
Lesedauer: 2 Minuten
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Am nächsten Morgen nach der letzten Harnleiter-Spiegelung (Re-URS) konnte ich plötzlich nicht mehr wasserlassen. Ab 6 Uhr kam kein einziger Tropfen mehr raus.

Beim vorherigen Eingriff hatte ich das gleiche Problem. Allerdings wurde der Schließmuskel bei der Entlassung damals aktiviert. Ich habe es trotz der Anstrengung erstmalig geschafft den Schließmuskel selbst zu deaktivieren. Kurze Zeit später konnte ich wieder wasserlassen. Somit erkannte ich einen Zusammenhang zwischen Aktivierung und Harnverhalt.

Für mich war klar das ein weiterer Harnverhalt vermieden werden kann, wenn ich den Schließmuskel bei der Entlassung gleich deaktiviert lasse. Pustekuchen!

Ich habe versucht die Blockade durch Bewegungen (tief in die Hocke gehen etc.) und einem warmen Bad zu lösen. Hat nicht funktioniert. Gegen 10 Uhr wurde ich dann von meiner Frau unter Schmerzen in die Klinik gefahren. Eine knappe Stunde Fahrt. Es war die Hölle.

Zum Glück kam ich sofort dran, und es wurde mir gleich ein Katheter gelegt. Welch ein Wohltat.

Der Katheter wurde heute nach 5 Tagen wieder entfernt. Vorsorglich wurde mir beim legen des Katheters noch etwas gegen die Schwellung gegeben. Jetzt muss ich hoffen das die Harnröhre sich erholt hat und der Ausgang offen bleibt. Bisher läuft es.

Bei der Gelegenheit wurde mir dann noch das Ergebnis der Pathologie mitgeteilt: kein Nachweis vom Tumor!

Das ist erstmal das Wichtigste!



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29. Mai 2026

Harnverhalt Vol. II
Lesedauer: < 1 minute
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Der Urin lief nach dem Entfernen des Katheters zunächst so gut, dass ich zwei Tage später meinen Schließmuskel selbst wieder aktivieren konnte. Es lief auch erstmal gut.

Dann am nächsten Morgen die nächste Blockade. Ich hatte meine Frau früh morgens für ein Wochenendausflug zum Bahnhof gebracht. Beim Öffnen der Haustür spürte ich einen deutlichen Druck in der Blase, aber es kam nichts. Also gleich mit den Hunden raus, vielleicht löst es sich bei Bewegung. Leider nicht.

Da ich allein war, entschied ich mich, direkt in die Klinik zu fahren. Lieber einen Fehlalarm riskieren, als unter den schmerzhaften Bedingungen wie eine Woche zuvor selbst fahren zu müssen. Die Fahrt verlief gut – kein allzu großer Druck und dank Pfingstferien kaum Verkehr.

Am Ende wurde mir erneut ein Katheter gesetzt. Am Montag wird dieser wieder entfernt, und ich soll dann eine Woche lang den Schließmuskel deaktiviert lassen.

Ich war einfach zu ungeduldig mit dem Aktivieren des Schließmuskels.



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29. Juni 2026

Harnverhalt Vol. III
Lesedauer: < 1 minute
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Der dritte Harnverhalt brachte mich an einem Sonntag in die Notaufnahme der LMU Großhadern.

Es war viel los und nach etwas mehr als 5 Stunden ging ich mit einem Katheter wieder nach Hause.

Zudem wurde ein Harnwegsinfekt festgestellt, was den behandelnden Arzt dazu bewegte mich gleich im KH belassen zu wollen. Was ich jedoch ablehnte, da ich am darauffolgenden Montag sowieso gleich wieder in der Klinik bin, um über das MRT Ergebnis zu sprechen.

Vorgehen aktuell: erstmal muss die Urinkultur angelegt werden, um das richtige Antibiotikum ermitteln zu können. Das weiß man am Donnerstag. Dann wird die Schiene am darauffolgenden Dienstag gewechselt (muss aufgrund des Harnwegsinfekt!).

Es wird dann geschaut ob eine neue Harnleiterschiene eingesetzt werden muss oder ob darauf verzichtet werden kann. Das wäre immerhin ein positiver Nebeneffekt in diesem ganzen Harnverhalts-Dilemma.

Was die Ursache des mehrfachen Harnverhalts war bzw ist, weiss man noch nicht. Aber durch den Schienenwechsel, kann zumindest die Harnröhre, der künstliche Schließmuskel und die Anastomosenstriktur genauer angeschaut werden. Vielleicht lässt sich daraus ein Schluss ziehen.



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12. Juli 2026

Auslassversuch gescheitert
Lesedauer: 3 Minuten
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Es läuft im Krankenhaus selten nach Plan. Das musste ich gerade wieder am eigenen Leib erfahren. Eigentlich sollte meine Harnleiterschiene wegen eines Keims gewechselt werden. Die Ärzte hatten jedoch einen anderen Plan: einen sogenannten „Auslassversuch“. Das bedeutet: Die alte Schiene kommt raus, und es wird erst mal keine neue eingesetzt, um zu sehen, ob es auch ohne geht.

Spoiler-Alarm: Es ging nicht.

Die unendliche Geschichte der Verschiebungen

Geplant war der Eingriff für Dienstag. Aber wie es eben so ist: Bereits zum zweiten Mal bei insgesamt sechs Eingriffen hieß es kurzfristig: Verspätung, wir verschieben auf morgen. Man braucht im Krankenhaus vor allem eins: Geduld.

Als ich am Mittwoch nach dem Eingriff aufwachte, die Überraschung: Mir wurde doch wieder eine Schiene eingesetzt. Die Ärzte hatten an der Stelle des Tumors eine Biopsie entnommen, weil das Gewebe gerötet war. Damit das Ganze aber trotzdem ein Auslassversuch bleibt, wendeten sie einen Trick an: Die Schiene wurde mit einem Faden direkt am Katheter befestigt. Die Idee dahinter: Wenn der Katheter gezogen wird, kommt die Schiene direkt mit raus. Klingt im ersten Moment absolut unangenehm – war es zum Glück aber überhaupt nicht.

Dass mein Harnleiter extrem schmal ist, macht die Sache nicht einfacher. Vermutlich ist das eine Spätfolge der Bestrahlung nach meiner Prostata-Operation. Der Operateur war deshalb von Anfang an skeptisch und glaubte nicht, dass der Auslassversuch klappt. Der Oberarzt sah das anders und überstimmte ihn.

Der Rückschlag und das Kofferpacken

Am Donnerstag wurde ernst gemacht: Katheter und Schiene kamen raus. Am Freitag folgte die Quittung in Form der Blutwerte. Mein Kreatininwert war angestiegen. Kein gutes Zeichen. Der anschließende Ultraschall brachte Gewissheit: Harnstau in der Niere. Der Auslassversuch war offiziell gescheitert.

Ab diesem Moment ging es nur noch um die Frage: Wann kommt die neue Schiene rein? Die Aussichten für das Wochenende standen denkbar schlecht. Frustriert beschloss ich, übers Wochenende nach Hause zu gehen und den Eingriff in der darauffolgenden Woche machen zu lassen. Mein Koffer war bereits gepackt, meine Frau schon auf dem Weg, um mich abzuholen.

Eine Achterbahnfahrt der Entscheidungen

Doch die Unsicherheit blieb. Ich suchte noch einmal das Gespräch mit dem Arzt. Er machte mir Hoffnung, dass der Eingriff vielleicht doch schon am Sonntag klappen könnte, sodass ich am Montag entlassen werden könnte. Also warf ich meine Pläne über den Haufen, packte die Koffer wieder aus und blieb.

Und dann ging plötzlich alles ganz schnell: Zur Mittagszeit hieß es, dass es eventuell sogar noch am Samstag klappt. Um 18:30 Uhr wurde ich tatsächlich in den OP geschoben. Dieses Mal reichte eine Sedierung, und um 20 Uhr war ich schon wieder zurück auf meinem Zimmer.

Endlich Land in Sicht?

Am Sonntag hieß es dann: Katheter raus. Die Erleichterung folgte prompt: Die Blutwerte sind wieder besser, und der Ultraschall zeigte keinen Stau mehr in der Niere. Endlich durfte ich nach Hause!

Kurzfristig ist das Problem damit gelöst. Aber glücklich bin ich mit der Situation nicht. Eine solche Harnleiterschiene muss spätestens alle sechs Monate gewechselt werden. Als dauerhafte Langzeitlösung ist das ein ewiges Hin und Her, das an den Nerven zehrt. Ich werde mich jetzt definitiv schlau machen müssen, welche alternativen Lösungen es für mich noch gibt.



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13. Juli 2026

Harnverhalt Vol. IV
Lesedauer: < 1 minute
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Am Sonntag kam ich, nach dem gescheiterten Auslassversuch, aus dem Krankenhaus. Montagmorgen um 9:30 Uhr ging es wieder rein. Zum vierten mal Harnverhalt!

Jetzt trage ich einen Blasenkatheter für die nächsten 10 Tage, dann wollen sie sich die Harnröhre noch einmal anschauen.

Weiss nur nicht was sie finden wollen? Sie haben sich die Harnröhre zuletzt, während die Harnleiterschiene gewechselt wurde, genauer angeschaut und nichts auffälliges gesehen.

Ist es einfach nur gereizt durch die ständigen Eingriffe? Ich hoffe inständig, denn sich ständig Sorge um einen Harnverhalt zu machen, schränkt das Leben erheblich ein.



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